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Kouhei Matsunaga Kouhei prozessiert mit grosser Gelassenheit allerhand Geräusche, die ihm von der Harddisk-Zentrifuge vor den Tonkopf geworfen werden. Sie verheddern sich wie jenes Eieruhr Geklingel, das am Rand der Melodie auf und ab transponiert wird und werden als statische Loops diversen Filterungen unterzogen. Unter anderem also Sampling, aber nicht um musikgeschichtliche Referenz zu transportieren. Auch wenn Kouhei ungehemmt die Produktion anderer plündert, nutzt er die Möglichkeiten des Samplings zum Beispiel darin, dass es zwar strukturierte Widerholungen aber keine rhythmische Metrik gibt. Sequencing findet nicht statt. Der 'unmusikalische', nackte Loop speist die ästhetische Prätention des Hörers aus zufälligen Eigenschaften des Materials, das dann entlang diverser Linien verschoben wird. Die Bewegung von signifikativen (Eieruhr), quasi-tonalen (Transposition), akustischen (Filterung) Parametern verläuft dabei am Rand einer schemenhaften, unentzifferbaren musikalischen Dramaturgie. Ob diese als Überrest oder Rekonstruktion bewertet werden soll, lässt sich nicht ausmachen. Kouhei kommt nach eigener Aussage vom Noise. Insofern überträgt er einen 'manuellen' und akustischen Ansatz auf seine ausgesprochen untechnologische aber dennoch vorwiegend software-gestützte Produktion. Ähnlich wie beim Noise hat das Resultat antimnemotechnische, vergessens-technologische Effekte. Diese kommen aber weniger durch hypertrophe Destruktion als durch gezielt punktierte, kompositorische bzw. kombinatorische Gegeneinanderführung von Material zustande das nur triviale oder überhaupt keine Codierung aufweist. So wird mit Momenten musikalischer Wahrnehmungsbilder in einer merkwürdigen, sich ständig selbst unterbrechenden und ziellosen Narration gespielt, die ihre Manifestationen in der selben Bewegung abruft und sanft aushebelt. Kouheis Vorgehen ist dabei wirklich erstaunlich souverän und unprätentiös und bleibt weit ausserhalb, auch des Habitus der eigenen Sparte. Tobias Still 21.09.2005 |